Geschichte

Im Jahre 1759 erwarb der Kaufmann Heinrich Carl Schimmelmann, seit 1761 Schatzmeister des dänischen Königs, von Christian Rantzau das Gut Ahrensburg mit dem Renaissance-Schloss, das heute das Wahrzeichen der Stadt Ahrensburg ist. 1845/46 ließ Graf Ernst Schimmelmann (1820-1885) den Marstall erbauen, wo der vormalige königlich-sächsische Stallmeister Albert Heinze von 1848 bis 1885 Araberpferde und später eine englische Pferderasse züchtete.


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Ein großer Brand im Juni 1896 zerstörte die Reitbahn und die reetgedeckte Reithalle, verschonte aber den Marstall. Carl Graf Schimmelmann (1848-1922) ließ 1897 hinter dem Marstall und parallel zu diesem eine neue Reithalle errichten. Nach seinem Tod wurde 1922 aus wirtschaftlichen Gründen ein Großteil der Immobilien verkauft. 1937 erwarb die preußische Regierung die Reithalle sowie den mittleren und rechten Gebäudeteil als Deckstation für Trakehner-Hengste. Der linke Flügel des Marstalls gehörte seit 1933 dem Schlossgärtner Max Neumann, der hier seit 1913 wohnte. Für die Marstall-Gebäude folgten schwierige Zeiten; ihre Nutzung  entsprach in keiner Weise der historischen Bedeutung des Ensembles. 1951 übernahmen zunächst der Fabrikant Wilhelm Hansen, dann 1961 der Blumenversandhandel Piet Bakker und 1967 der Unternehmer Paul Rodenhagen den mittleren und rechten Gebäudeteil. Rodenhagen betrieb im Gebäude eine Autovermietung mit Werkstatt und Wohnung. Als er seine Firma aufgab, vermietete er den Mittelteil des Marstalls und die Reithalle an das Teppich- und Tapetengeschäft von Lothar Kummer. 1987 verkaufte Rodenhagen seine Gebäudeteile an die Stadt Ahrensburg. So blieb immerhin der Marstall erhalten - anders als das Torhaus des Schlosses vor der Brücke über den äußeren Wassergraben, das im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße abgerissen wurde.
Was tun mit dem heute denkmalgeschützten Bauwerk gegenüber dem Ahrensburger Schloss?

Auf diese Frage suchten und fanden die Stadt Ahrensburg, der Kreis Stormarn, die heutige Sparkasse Holstein und nicht zuletzt die heute fast 400 natürlichen und juristischen Mitglieder des Vereins Kulturzentrum Marstall mit einem vielfältigen Kulturprogramm eine zukunftsweisende Antwort. Mit Mitteln der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn wurde die Stallhalle im Jahr 2000 restauriert. Im Jahre 2006 trug die Stiftung maßgebend zu der Sanierung der Reithalle und zu dem Bau des angegliederten Foyers bei. Mit der Renovierung der Remise mit Mitteln von Stadt, Stiftung und Verein im Jahre 2013 ist die Überführung des größten Teils des alten Marstalls in eine zeitgemäße und angemessene Nutzung erfolgreich abgeschlossen.
Die Stadt Ahrensburg stellt die ehemalige Reithalle dem Kulturzentrum Marstall unentgeltlich zur Verfügung. Seit dem Sommer 2013 stehen ihm mit der Remise eine zweite Spielstätte und moderne Büroräume zur Verfügung. Die Sparkassen-Kulturstiftung ist Mieterin der ehemaligen Stallhalle, in welcher die Galerie Marstall Ahrensburg mit Mitteln der Stiftung Ausstellungen vor allem zeitgenössischer Kunst des norddeutschen Raums veranstaltet. Die Stadt Ahrensburg unterstützt die kulturelle Arbeit des Kulturzentrums mit einem jährlichen Zuschuss. Die Kulturstiftung fördert einzelne Projekte des Kulturzentrums und des Schlossensembles, das aus Schloss, Schlosskirche und Marstall besteht. So ist der Marstall Ahrensburg heute zu einem der wichtigsten kulturellen Akteure im Kreis Stormarn geworden.

Kulturzentrum Marstall am Schloss e.V. - Lübecker Straße 8 - 22926 Ahrensburg - Telefon: 04102 - 40002 - Mail: info@marstall-ahrensburg.de