Literatur Live:

09.11.2017
20:00 Uhr

Bewegter Norden: Jochen Missfeldt und seine Bücher

Jochen Missfeld web

Sturm und Stille: Jochen Missfeldt und seine Bücher
Moderiert von Armin Diedrichsen

Noch während seiner Zeit als Offizier der Luftwaffe begann Jochen Missfeldt zu schreiben, 1982 wurde er als 41-Jähriger in den Ruhestand versetzt. Schon vorher veröffentlichte er Gedichte, später kamen Erzählungen und die Romane "Solsbüll", "Gespiegelter Himmel" und "Steilküste" hinzu. Zuletzt erschien von ihm die große Biographie "Du graue Stadt am Meer. Der Dichter Theodor Storm in seinem Jahrhundert". Während der Arbeit an diesem Buch begann er sich für Storms Liebesbeziehung zu Dorothea Jensen zu interessieren. Sie begann wahrscheinlich im Jahr 1847, das heißt bald nach der Eheschließung mit Storms erster Ehefrau Constanze, dauerte über Jahre hinweg an und mündete nach Constanzes Tod in eine späte Ehe. Basierend auf diesem Stoff, hat Jochen Missfeldt nun den Roman "Sturm und Stille" geschrieben, die bewegende Geschichte einer Liebe und eines Frauenlebens im 19. Jahrhundert. Gestützt hat er sich auf sein umfassendes Wissen als Storm-Biograph – auf Briefe, Novellen und Gedichte, auf Zeitungsmeldungen, Lebenszeugnisse, historische Quellen überhaupt. Aber noch mehr beruht die Geschichte auf Erfindung, Nachempfindung, Phantasie.

In der Rahmenhandlung von "Sturm und Stille" begegnet uns ein Alter und sein Rübenmus. Es ist Gustav Hasse, in Jochen Missfeldts Debütroman "Solsbüll" seinen ersten Auftritt hatte. Jener Roman, ein großer Deutschland- und Familienroman des 20. Jahrhunderts, erscheint nun parallel mit "Sturm und Stille" am 18. August als Neuausgabe im Rowohlt Verlag. Solsbüll ist ein Städtchen im nördlichen Schleswig-Holstein, tiefste Provinz und doch ein Ort, in dem die großen Ereignisse des 20. Jahrhunderts ihre Spuren hinterlassen. Dort verknüpfen sich die Lebensgeschichten dreier Generationen, verkörpert in drei Männern, die als Großvater, Vater und Sohn denselben Namen tragen: Gustav Hasse. Während die ersten beiden in den Weltkriegen fallen, überlebt der 1941 geborene dritte Gustav und wächst in einem Hebammen-Haushalt auf. Im Schicksal zweier Frauen, seiner Großmutter Anne und seiner Ziehmutter Gret, spiegelt sich die Zeit: Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg erleben die beiden Hebammen Aufstieg und Blüte des Nationalsozialismus und sein katastrophales Ende.

”Jochen Missfeldt ist ein bedeutender deutscher Erzähler, der auf einzigartige Weise die archaischen Dimensionen des Herkommens und der Landschaft verbindet mit deutscher Geschichte, Technik und Alltag.”
Aus der Begründung der Jury für die Verleihung des Wilhelm-Raabe-Literaturpreises an Jochen Missfeldt

Jochen Missfeldt lebt in Nordfriesland. Er wird im Marstall beide Bücher, Solsbüll sowie Sturm und Stille, vorstellen.

Eintritt 12€ VVK zzgl. Gebühr, AK15 €

Fotorechte: Ilse Clausen

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