„Bunbury“ – Komödie von Oscar Wilde

29.09.2017
20:00 Uhr

Was geschieht, wenn sich ein Sprachgenie über die Boulevardkomödie hermacht?

oscar Wilde

Nun, dann kommt ein frivoles Spiel mit Worten heraus, soviel ist klar. Oscar Wilde, dessen extravagantes Leben mindestens ebenso notorisch bekannt war wie sein Werk („Das Bildnis des Dorian Gray“, „Ein idealer Gatte“), hinterließ neben seinen grotesken Stücken, die alle Theaterkonventionen auf den Arm nehmen, auch die vielbeachtete „Ballade über das Gefängnis zu Reading“, wo er unter menschenunwürdigen Umständen als verurteilter Homosexueller eine Haftstrafe verbüßen musste.
Die Marstall-Theatergruppe begibt sich mit „Bunbury“ – einer klassischen Verwechslungskomödie, die das Klischee vom verlorenen Sohn auf die wortreiche Schippe nimmt – auch auf ein Raumexperiment: das Publikum sitzt auf der Bühne, die Handlung spielt im Saal – da, wo normalerweise das Leben ist…wer weiß, was dabei herauskommt!
Wir wünschen eine unterhaltsame Zeit und wachen Geist (sonst könnte man rasch eine der vielen Pointen überhören!), ganz im Sinne Wildes, der meinte „das Leben ist zu wichtig, um ernst genommen zu werden“.
(deutsche Fassung und Regie: Armin Diedrichsen)

Eintritt: 10.-€ im VVK zzgl. 10% VVK Gebühr / AK 12.- €



Bunbury Komödie von Oscar Wilde
Als Oscar Wilde, eines der exzentrischen Genies im England des späten viktorianischen Zeitalters, in Paris starb, soll er gesagt haben: „Entweder geht diese Tapete oder ich.“ Haltung und Stil bis zum Ende. Sarkasmus und Snobismus ohne Grenzen.
Wilde schuf mit seiner Komödie „Bunbury oder wie wichtig es ist, ernst zu sein“ (oder besser: Ernst zu sein…) eine Hommage und gleichzeitig beißende Satire. Hier wird ein ganzes Genre auf die Schippe genommen – das der Boulevardkomödie, deren unwahrscheinliche Verwechslungen und meist sinnfreie Dialoge auf die Spitze getrieben werden. Und in seiner Variation des alten Motivs vom „verlorenen Sohn“ fällt er ironisch über die englische Gesellschaft – oder genauer: die „upper class“ her. Wilde, der Emporkömmling, muss sie gehasst haben, diese eingebildeten, hochverschuldeten Frauen und Männer der Londoner Clubs und Gesellschaften. Und so lässt er über eine seiner Hauptfiguren denn auch sagen „er hat nichts, aber er sieht nach allem aus!“
„Bunbury“ ist ein Kunstwerk, das fast ausschließlich aus Sprache besteht, aus Pointen, die mal gröber, mal fein ziseliert ins Gehirn dringen und den Eindruck verstörenden Blödsinns verbreiten. Wie wäre es auch anders zu erwarten bei einem Dichter, dem das Bonmot so wichtig war. In Deutschland wird das Stück immer wieder auf die Bühne gebracht, allerdings meist ohne den Mut zum Irrsinn und vor allem: zur Klamotte. Denn das ist „Bunbury“ auf jeden Fall – eine geistreiche, von allem erkennbaren Sinn befreite Komödie, die nichts beweisen will. Die Welt ist ein Tollhaus, nun darf jeder machen, was er will…viel Vergnügen dabei!

Cecily Cardew: Anna Brünner
Gwendolen Fairfax: Antje Wilhelm
Miss Prism: Anna Schmidtke
Lane/Merriman: Ulrike Jaeger
Lady Bracknell: Reinhart Normann
Algernon Moncrieff: Harald Günther
John Worthing: Armin Diedrichsen
Dr. Chasuble: Ulli von Seld
Text, Bühne und Regie: Armin Diedrichsen

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