Mitte und Macht. Die neuen Aufgaben Deutschlands in Europa.

15.11.2017
19:30 Uhr

Referent: Prof. Dr. Herfried Münkler

herfried muenkler
Ursprünglich als Auftaktvortrag der Vortragsreihe zum Wandel der Deutschen Außenpolitik geplant, ist dies einer der wichtigsten Vorträge der zweijährigen Reihe, denn es geht um die Rolle, die Deutschland in seiner europäischen Nachbarschaft heute zugeschrieben wird. Vor dem Hintergrund seines 2015 erschienenen Buches "Die Macht in der Mitte: Die neuen Aufgaben Deutschlands in Europa" geht es Münkler nicht primär um die geographische Verortung Deutschlands. Vielmehr analysiert er die politische Position Deutschlands, "in der sich erhöhter Einfluss mit gesteigerter Verantwortung verbindet, in der ein Mehr an Macht mit einem Mehr an Verantwortung zusammenkommt." Zwischen 2015 und November 2017 haben sich allerdings wichtige außen- und innenpolitischen Rahmendaten verändert (Flüchtlingskrise 2016, Neuwahlen in Frankreich und Brexit 2016, Bundestagswahlen und Verfassungskonflikt in Spanien 2017). Es wird spannend sein zu erfahren, worin der Referent Deutschlands besondere Verantwortung sieht, welche Aufgaben er Deutschland heute zuweist sowie ob und ggf. in wieweit er seine Handlungsmöglichkeiten neu definiert. 
Herfried Münkler ist Inhaber der Professur für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Ideengeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin. Er gilt als einer der renommiertesten und aktivsten deutschen Politikwissenschaftler, der ein breites Themenfeld wissenschaftlich bearbeitet. Allein in der letzten zehn Jahren sind von ihm u.a. erschienen: Die Deutschen und ihre Mythen (2008); Der große Krieg: Die Welt 1914-1918 (2013); Kriegssplitter: Die Evolution der Gewalt im 20. und 21. Jahrhundert (2015); Die neuen Deutschen: Ein Land vor seiner Zukunft (2016, zusammen mit seiner Frau Marina Münkler); Der Dreißigjährige Krieg: Europäische Katastrophe, deutsches Trauma 1618-1648 (2017).
Wie stets in dieser Reihe wird sich an den Vortrag eine etwa gleichlange Diskussionsphase anschließen.

 
Moderator: Prof. Dr. Lutz R. Reuter, Ehemaliger Vorsitzender des Kulturzentrums Marstall.
Das Vortragsthema ist dem Titel von Münklers Buch mit dem Untertitel Die neuen Aufgaben Deutschlands in Europa (2015, Edition Körber Stiftung) entnommen. „Macht in der Mitte“, so schreibt er, „ist mehr als eine bloß geographische Bezeichnung; es ist eine politische Position, in der sich erhöhter Einfluss mit gesteigerter Verantwortung verbindet, in der ein Mehr an Macht mit einem Mehr an Verpflichtung zusammenkommt.“ Politische Macht definiert Münkler als Produkt ökonomischer, militärischer und kultureller Macht. Zu einer der aktuellen Herausforderungen
Deutschlands und der EU gehört die Flüchtlingsproblematik (vgl. H. u. M. Münkler, Die neuen Deutschen: Ein Land vor seiner Zukunft. 2016, rororo). Ihre unzulängliche politische Bewältigung wie der wirtschafts- und geldmarktpolitische Nord-Süd-Konflikt könnten Beispiele für das sein, was Münkler den verwundbaren Hegemon nennt.

Foto: Karlheinz Schindler/Archiv (Quelle: dpa)

Eintritt frei.
Die ZEIT Stiftung - Ebelin und Gerd Bucerius unterstützt die Veranstaltungsreihe "Deutschlands Außenpolitik"

 

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