vladar stefan marco borggreve 1

Musik

Schleswig Holstein Musik Festival

Stefan Vladar, Klavier

Robert Schumann: Gesänge der Frühe op. 133, Carnaval op. 9, Symphonische Etüden op. 13

In Schumanns »Carnaval« op. 9 und den »Symphonischen Etüden« op. 13 spielt die Liebe zu einer Frau eine nicht unbedeutende Rolle. Ihr Name lautet allerdings nicht Clara Wieck, sondern Ernestine von Fricken, die – wie Schumann selbst – bei Friedrich Wieck Klavier-stunden nahm und mit der er sich im September 1834 heimlich verlobte. Der Zyklus »Carnaval« aus 23 kurzen, teils nach Figuren der Commedia dell’Arte benannten Charakterstücken basiert auf der Tonfolge A–Es–C–H, die für den böhmischen Heimatort von Ernestine, Asch, steht. Und in den zur selben Zeit entstandenen »Symphonischen Etüden« verarbeitet Schumann ein Thema von Ernestines Vater. Spätestens Ende 1835 »bricht« Schumann allerdings mit Ernestine, da sein Interesse immer mehr der gerade 16 Jahre alt gewordenen Clara Wieck gilt. Der Wiener Pianist Stefan Vladar, der bereits 2006 eine beeindruckende Schumann-CD vorgelegt hat, kombiniert die beiden frühen Hauptwerke mit einem der letzten Klavierwerke Schumanns, den »Gesängen der Frühe«. Fotorechte: Marco Borggreve

Stefan Vladar wurde 1965 in Wien geboren und absolvierte sein Studium Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Seit 2008 ist er Chefdirigent des Wiener KammerOrchesters. Als Dirigent arbeitete Stefan Vladar u.a. mit den Wiener Symphonikern, der Camerata Salzburg, dem Residentie Orkest Den Haag, dem Tschaikowsky Symphony Orchestra, den Stuttgarter Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern, dem RSO Budapest, dem Danish Radio Symphony, dem Orchestra Ensemble Kanazawa sowie den Kammerorchestern von Basel, Köln, Prag und Zürich. In der Saison 2016/17 führten ihn Konzerte als Dirigent und Pianist u.a. zu Orchestern wie dem Columbian Symphony, dem Concertgebouw Chamber Orchestra und der Südböhmischen Philharmonie Budweis. Als Solist war er mit dem RTV Slovenia Symphony unter Daniel Raiskin und mit dem Tokyo Metropolitan Symphony zu hören. In der Saison 2017/18 gastiert er als Dirigent und als Solist bei Orchestern wie dem Columbian Symphony, der Philharmonie Südwestfalen, der Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz, dem Macao Orchestra, dem Orchestra Ensemble Kanazawa, der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt und der Bad Reichenhaller Philharmonie. 2015 begann das Label Capriccio eine intensive Zusammenarbeit mit Stefan Vladar und veröffentlichte zunächst eine CD mit Klavierwerken von Ravel. 2016 erschien die Gesamteinspielung aller Klavierkonzerte Beethovens als Solist und Dirigent sowie des Tripel- und Violinkonzerts mit dem Wiener KammerOrchester. Zudem kam die Einspielung der drei großen Liederzyklen von Schubert mit Bo Skovhus auf den Markt. Zahlreiche frühere CD-Aufnahmen wurden bei harmonia mundi, Naxos und Sony veröffentlicht. Stefan Vladar ist Professor für Klavier an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

Foto: Marco Borggreve